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Unsere Reise

Eines Tages war es soweit. Wir hatten beschlossen unsere Jobs zu kündigen und unser eigenes soziales Projekt zu starten. Wir hatten einen groben Plan von dem, was wir machen wollten, aber noch keine Vorstellung von der Umsetzung. Zwei Dinge waren uns jedoch klar: Wir wollten reisen und dabei einen Beitrag dazu leisten, dass Menschen mit psychischen Erkrankungen weniger stigmatisiert werden, damit sie gleichberechtigt an der Gesellschaft teilhaben können. Dass dies ein hochgestecktes Ziel war, welches viel Selbstdisziplin und Arbeit bedeuteten, war uns von Anfang an bewusst. Aber das schreckte uns nicht ab, sondern spornte uns an, eine Idee zu entwickeln, um unsere Mission voran zu bringen.

Es war kurz vor Weihnachten im Jahr 2020 und wir befanden uns in Covid bedingter Quarantäne. Wir beschlossen daher die Zeit sinnvoll zu nutzen und ein Konzept für unsere Initiative zu erstellen.  Am 20. Dezember 2020 saßen wir in Jan´s Schlafzimmer uns stellten uns laut der Frage, ob eine Forschungsreise per Rad die Wahrscheinlichkeit erhöhen würde Aufmerksamkeit für das Thema zu schaffen unter Berücksichtigung des Verständnisses von Klimagerechtigkeit. Keiner von uns war zuvor jemand länger als einen Tagesausflug Rad gefahren und keiner von uns hatte bis dahin mehr als 2 Nächste am Stück in einem Zelt verbracht. Aber eine Radreise würde uns nicht nur helfen Aufmerksamkeit zu erregen, sondern vor allem finanziell ermöglichen, für eine relativ lange Zeit unterwegs zu sein. Ein paar Wochen später begangen wir nach passenden Rädern zu suchen, was sich aufgrund der anhaltenden Corona Pandemie schwieriger gestaltete als erwartet. Dennoch hatten wir Glück und fanden jeweils ein passendes Rad.

...war außergewöhnlich warm und so konnten wir unsere Räder bereits ausgiebig testen und aufrüsten. Aber damit war es nicht getan. Wir brauchten ein Zelt, Isomatte, einen Gaskocher, Geschirr, Fahrradtaschen, passende Kleidung für 3 Jahreszeiten in der man bequem fahren konnte und vieles mehr. Vor allem aber musste wir unsere Jobs kündigen. Bevor wir diesen endgültigen Schritt wagten, unternahmen wir im Juni 2021 eine 9-tägige Testreise nach Polen. Wir testeten unsere Ausrüstung und unsere Fähigkeit einen passenden Zeltplatz für die Nacht zu finden. Beides war nicht nicht optimal, aber wir waren insgesamt recht zufrieden und zuversichtlich, dass wir die richtige Entscheidung getroffen hatten. 

 

Ende Juni kündigten wir schweren Herzens unsere Jobs. Iris hatte die schwierige Aufgabe ihre Klient:innen vorsichtig auf einen Betreuungswechsel vorzubereiten und Jan musste noch seinen Kurs zum Datenschutzbeauftragten beenden. Ab jetzt ging alles ganz schnell. An die 6 Wochen vor unserer Abfahrt können wir uns kaum erinnern, so viel war zu tun. Wir trafen ein letztes Mal unsere Freund:innen und Verwandten bevor wir am 02.August den Zug in Richtig Prag bestiegen. Von hier aus startete unser Abenteuer.

...(Dez. 2022) haben wir mehr als 15.000km zurückgelegt, sind mehr als 150.000 Höhenmeter gefahren, haben unzählige Nächte im Zelt geschlafen und noch mehr Mahlzeiten auf unserem Gas- und Feuerkochen zubereitet. Wir haben in allen 17 Ländern, die wir bereist haben, mit Betroffenen und ihren Angehörigen gesprochen, haben psycho-soziale Beratung gegeben, zahlreiche Expert:innen-Interviews für unsere Forschung geführt und Workshops vor mehr als 300 Menschen gehalten. Wir wurden selbst auch für lokale Zeitungen und Fernsehsender interviewt und zu verschiedenen Konferenzen zum Thema soziale Gerechtigkeit eingeladen. Wir haben tausende von Menschen kennengelernt und einige davon als Freunde behalten.

 

Die letzten 16 Monate waren reich an Erfahrungen, an Freunde, an Tränen, an Frustration, an Hoffnung und Hoffnungslosigkeit. Wir sind mehr als einmal an unsere eigenen körperlichen sowie psychischen Grenzen gestoßen und haben auch mehr als einmal überlegt, ob wir das Projekt aufgeben und einfach “nur” reisen sollten. Wir haben nicht aufgegeben, denn wir wissen, wieso wir tun, was wir tun. Wir haben stattdessen lernen müssen Grenzen zu stecken und einzuhalten. Wir haben auf einer Reise, auf der es keinerlei Stabilität gib, eine Routine entwickelt, die uns ermöglicht das Projekt und die Reise gemeinsam durchzuführen - ohne persönliches Burnout.

So wie wir lernen mussten, Tätigkeiten voneinander zu trennen, haben wir auch die Inhalte auf unserer Website getrennt – in Inhalte zum sozialen Projekt und Inhalte, welche nur die Reise an sich zeigen. Wir haben zu (fast) jedem Land ein Video erstellt und einen Bericht geschrieben.

 

Beides findet ihr hier: 

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